„In neuer Klima-Ära angelangt“ Experte ist fassungslos: „Für 2100 vorhergesagt“

„In neuer Klima-Ära angelangt“

Experte ist fassungslos: „Für 2100 vorhergesagt“

 Ausnahmsweise veröffentlichen wir hier einen Beitrag einer Tageszeitung, weil er mehr ist als eine tagesaktuelle Meldung. Und: Er zeigt in seiner Deutlichkeit, dass das Klima-Thema in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

„Heute“, am 1. September 2026:

Der heurige Sommer habe eine Zäsur dargestellt, ist sich Puls24-Meteorologe Manuel Kelemen sicher. Der Experte lässt mit einer Aussage aufhorchen.

Es ist offiziell: der Sommer 2026 war der heißeste der Messgeschichte in Österreich – und diese reichen immerhin bis ins Jahr 1767 zurück. Meteorologisch endete der Rekord-Sommer am Montag.

Manuel Kelemen zieht in einem Interview mit seinem TV-Sender eine ernüchternde Bilanz. So gebe es keinen Rekordpunkt zur Temperatur, die dieser Sommer nicht aufgestellt hätte.

„Wir haben vielerorts die höchste Anzahl an heißen Tagen, wir haben vielerorts die höchste Anzahl an Tropennächten, wir haben vielerorts die schwersten und längsten Hitzewellen überhaupt“, so der Meteorologe. Über all diesen Hitzerekorden throne dann auch noch die nicht und nicht enden wollende Dürre. „Egal wie wir es drehen und wenden, sind wir mit diesem Sommer in einer neuen Klima-Ära angelangt“, stellt Kelemen schonungslos fest. Die vergangenen Monate hätten eine „Zäsur“ dargestellt.

Noch 2021 veröffentlichte die damalige ZAMG, heute GeoSphere Austria, Simulationen zur künftigen Entwicklung der Hitzetage. Demnach könnten Österreichs Landeshauptstädte gegen Ende des Jahrhunderts, also um 2100 in einzelnen Jahren auf 40 bis 60 Tage mit mindestens 30 Grad kommen.

Genau diese Größenordnung sei nun bereits im Sommer 2026 in vielen Landeshauptstädten erreicht worden. „Das, was vor fünf Jahren noch für das Ende des Jahrhunderts prognostiziert wurde, haben wir mit heuer erreicht“, so Kelemen. Sein Fazit: „Irre!“

Kelemen stellte den Rekordsommer dann auch noch grafisch dar. So zeigte er eine Grafik, in der die „sehr heißen Tage“ – Tage an denen über 35 Grad gemessen wurden – in einigen Landeshauptstädten dargestellt werden.

Sehr heiße Tage (über 35 Grad) in den Landeshauptstädten

  • Wien: 17
  • Innsbruck 13
  • Linz: 10
  • Klagenfurt: 8
  • Bregenz: 7
  • Graz: 6

 

Was nach einigermaßen überschaubaren Zahlen ausschaut, hat es bei näherer Betrachtung aber in sich, wie Kelemen in weiterer Folge ausführt. Die Veränderung zum langjährigen Mittel stellt sich prozentual wie folgt dar:

So sehen die Veränderungen prozentual aus

  • Wien: +844%
  • Innsbruck: +766%
  • Linz: +1.011%
  • Klagenfurt: +788%
  • Bregenz: +1.650%
  • Graz: +1.400%

Die Zahlen kommentiert er speziell in Richtung jener Leute, die an wissenschaftlichen Fakten zweifeln:

„Jetzt haben Sie sicher in Ihrem Umfeld besonders lustige Mitmenschen, kennen Sie sicher, die behaupten ‚Ja, im Sommer muss es ja heiß sein, das hat es alles schon immer gegeben…'“, setzt er an. „Schauen wir uns kurz an, wie denn diese Zahlen von einem normal heißen Sommer abweichen. In Wien ein Plus von 844 Prozent, in Linz ein Plus von über 1.000 Prozent, in Bregenz ein Plus von 1.650 Prozent. So viel zum Thema ‚Des hot’s ois scho immer geben…'“, so der Experte, der über Klimawandel-Leugner nur den Kopf schütteln kann.

Michael Rauhofer-Redl, 1.9.2026

https://www.heute.at/s/in-neuer-klima-aera-angelangt-experte-ist-fassungslos-120245769

 

 

 

 

 

Univ.-Prof. Dr. Sigrid Stagl: „Ich habe gelernt, Tacheles zu reden“

Univ.-Prof. Dr. Sigrid Stagl:

„Ich habe gelernt, Tacheles zu reden“

Landwirtschaft, Klima und Umwelt – die Krise ist überall, und eine radikale politische Trendumkehr ist nicht in Sicht. Mit ihren sachlichen Befunden zu alarmierenden Entwicklungen ist die an der Wirtschaftsuniversität Wien tätige ökologische Ökonomin Sigrid Stagl zur „Wissenschafterin des Jahres 2024“ gewählt worden. In ihrem Buch „Krisenfest“ will sie nun zeigen, „wie wir unsere Wirtschaft verändern können, um unsere Zukunft zu sichern“.

(mehr …)

Mehr Gemüse statt Fleisch – was das verändern würde

Tagesschau24 live:

Mehr Gemüse statt Fleisch – was das verändern würde

Folgen für die Landwirtschaft

Das aktuelle Ernährungssystem belastet Klima, Umwelt und Gesundheit. Was würde eine globale Umstellung auf eine gesündere, nachhaltigere Ernährung für die Landwirtschaft bedeuten? Das hat eine Studie untersucht.

Laut EAT Lancet Kommission – ein internationales Expertengremium, das wissenschaftliche Grundlagen für eine gesunde, nachhaltige und gerechte globale Ernährung formuliert – könnten durch diese Ernährungsweise weltweit jedes Jahr bis zu 15 Millionen vorzeitige Todesfälle vermieden werden.

Dieser wissenschaftlich fundierte Speiseplan schützt demnach nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern auch die des Planeten. Denn das derzeitige Ernährungssystem verursacht der EAT Lancet Kommission zufolge rund ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen. Hinzu kommt: Etwa ein Drittel der produzierten Lebensmittel gehe weltweit zwischen Acker und Teller verloren oder lande im Müll, während rund die Hälfte der bewohnbaren Erdoberfläche landwirtschaftlich genutzt wird – vor allem für Viehhaltung und den Anbau von Futtermitteln.

In der jetzt veröffentlichten Studie untersuchte ein internationales Forschungsteam, wie sich eine globale Umstellung auf eine gesündere, nachhaltigere Ernährung auf die Landwirtschaft auswirken würde.

„Das aktuelle Agrar- und Ernährungssystem ist mit Gesundheitskosten, vorzeitigen Todesfällen, Treibhausgasemissionen, stickstoffbedingter Verschmutzung sowie Wasser- und Landverbrauch verbunden“, sagt Hermann Lotze-Campen, Leiter der Forschungsabteilung Klimaresilienz am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Co-Autor der Studie der ARD-Klimaredaktion.

(mehr …)

Gewalt ist kein Nebenschauplatz

NÖN-Gastkommentar von Dorit Haslehner-Kadlicz, Leiterin der MÄBS Männerberatung NÖ Süd und der FREIRAUM Frauenberatung NÖ Süd:

Anm.: Dieser Gastkommentar wurde aufgrund eines aktuellen Anlasses geschrieben. Wir veröffentlichen ihn jedoch nicht deswegen, sondern weil er uns über den Anlass hinaus Grundsätzliches mit auf den Weg gibt, denn:

Gewalt ist kein Nebenschauplatz

„Gewalt ist kein Nebenschauplatz. Gerade Gemeinden, Medien und Veranstalter tragen Verantwortung dafür, welche Botschaften sie in solchen Situationen senden.

Wenn ein prominenter Künstler mit Gewaltvorwürfen konfrontiert ist, stehen Gemeinden, Veranstalter, Medien und Fans vor einem Dilemma. Konzerte und Veranstaltungen absagen oder nicht? Verschieben oder stattfinden lassen? Abwarten oder Stellung beziehen?

Dass diese Fragen nicht einfach sind, liegt auf der Hand. Für Veranstalter geht es um Verträge, Planung, Kosten und Publikum. Für Fans um Vorfreude, Musik und einen Abend, auf den man sich gefreut hat. Aber genau hier beginnt gesellschaftliche Verantwortung. Haltung zeigt sich nicht dort, wo sie nichts kostet. Haltung zeigt sich dort, wo sie unbequem wird.

Schmerzhaft

Für viele Betroffene von Gewalt ist es eine schmerzhafte Botschaft, wenn nach solchen Vorwürfen rasch Ersatztermine präsentiert werden, Tickets gültig bleiben und gleichzeitig der Erfolg und die Strahlkraft des Künstlers betont werden. Dann rückt nicht die Gewalt ins Zentrum, sondern die Frage, wie schnell der Betrieb wieder weiterlaufen kann. Das mag organisatorisch verständlich sein. Gesellschaftlich ist es ein fatales Signal.

Denn was kommt dabei an? Dass ein bekannter Name, eine volle Bühne und ein erfolgreiches Event am Ende schwerer wiegen als eine klare Haltung gegen Gewalt.

Aus meiner Arbeit als Leiterin der FREIRAUM Frauenberatung NÖ Süd und der MÄBS Männerberatung NÖ Süd weiß ich, wie sehr Sprache und öffentliche Reaktionen in solchen Situationen wirken. Gewalt ist kein ,Fehler‘. Ein Fehler ist ein Versehen. Gewalt ist eine Grenzüberschreitung, eine Handlung, eine bewusste Entscheidung. In diesem Fall die Entscheidung einer erwachsenen, mündigen Person, die wählen und ein Auto lenken darf. Wer Verantwortung übernehmen will, muss genau das benennen, und zwar klar, unmissverständlich und ohne Ausreden.

Leiden des Täters?

Problematisch ist auch, wenn in solchen Situationen rasch das Wort ,Therapie‘ im Raum steht. Therapie kann notwendig und sinnvoll sein. Aber sie darf nicht zum PR-tauglichen Ersatz für Verantwortungsübernahme werden. Wer von Therapie spricht, verschiebt den Fokus leicht vom Gewalthandeln auf das Leiden des Täters. Genau darin liegt die Gefahr. Gewaltarbeit braucht keine sprachliche Entlastung, sondern Konfrontation mit der Tat, Verantwortungsübernahme und die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln.

Es geht dabei nicht um abstrakte Fälle. Es geht um unsere Töchter, unsere Mütter, unsere Schwestern. Um Frauen, die erleben müssen, dass oft schneller über Comebacks gesprochen wird als über Konsequenzen. Schneller über Karrieren als über Kränkungen. Schneller über den Täter als über die Betroffene.

Auch Medien tragen hier Verantwortung. Wenn vor allem die Perspektive des Täters transportiert wird, seine Erklärung, seine Reue, seine nächsten Schritte, dann bekommt er erneut das Rampenlicht. Die Perspektive der Betroffenen bleibt dagegen oft blass. Das prägt, wie wir als Gesellschaft Gewalt einordnen.

Haltung zeigen

Vielleicht wäre genau jetzt der Moment, umzudenken. Statt immer wieder jene ins Zentrum zu rücken, die Grenzen überschreiten, könnten wir jenen mehr Aufmerksamkeit schenken, die Haltung zeigen: Männern, die keine Gewalt ausüben. Männern, die sich klar dagegen positionieren. Männern, die Verantwortung übernehmen, ohne dass erst ein Skandal dafür nötig ist.

Gerade Gemeinden sollten hier sensibel sein. Sie sind nicht nur Veranstalter, sondern auch Wertevermittler im öffentlichen Raum. Wer in einer solchen Situation vor allem den Erfolg eines Künstlers hervorhebt, setzt einen falschen Akzent — vielleicht nicht absichtlich, aber mit spürbarer Wirkung. Nicht jede Botschaft wird ausdrücklich formuliert. Manche werden einfach mitgeschickt.

Es geht nicht darum, jemanden vorschnell zu vernichten oder vorzuverurteilen. Aber es geht sehr wohl darum, Gewalt klar zu ächten und Verantwortung nicht mit Imagepflege zu verwechseln.

Eine Gesellschaft zeigt ihre Haltung gegen Gewalt nicht in Sonntagsreden, sondern dort, wo sie bereit ist, dem Falschen auch einmal das Rampenlicht zu entziehen.“

NÖN Neunkirchen, 22. März 2026

https://www.noen.at/neunkirchen/gastkommentar-seiler-und-speer-wenn-vergnuegen-schwerer-wiegt-als-haltung-515231408

 

 

Buchtipp: „Thinking in Systems“

Buchtipp: „Thinking in Systems“

Von Donella Meadows

Wenn du verstehen willst, warum gut gemeinte Lösungen oft scheitern – und was wirklich wirkt – dann lohnt sich ein Blick in „Thinking in Systems – Wie komplexe Systeme funktionieren“ von Donella Meadows. (Titel der Originalausgabe: „Die Grenzen des Denkens“.) Dieses Buch verändert weniger dein Wissen als deinen Blick auf die Welt. Du beginnst zu erkennen:

  • warum Probleme selten dort entstehen, wo sie sichtbar werden
  • weshalb einfache Lösungen oft alles verschlimmern
  • wie bisher bewährte Denk-Muster an ihre Grenzen stoßen und warum sie nicht mehr „funktionieren“
  • wo kleine Eingriffe große Wirkung entfalten können
  • und wie man klüger entscheidet, statt nur schneller zu reagieren

Es ist kein trockenes Fachbuch, sondern eine Art Denkwerkzeug für Menschen, die gestalten wollen – in Gemeinden, Organisationen, Unternehmen oder im eigenen Leben.

Kurz gesagt: Nach der Lektüre siehst du Zusammenhänge, die du vorher übersehen hast. Und genau dort beginnt echte Wirksamkeit.

Auf Grundlage dieses Buches wollen wir gerne ein Format entwickeln, das vom Wissen zur wirksamen Umsetzung führt. Hier findest du erste Ideen dazu:

Wirkstatt für Zukunftskompetenz

Wir freuen uns auf deine Rückmeldung dazu: JA@clubofrome-carnuntum.at.

„Brauchen wir nicht“!

Gletscherforscherin Andrea Fischer

Forscherin spricht Klima-Klartext: „Brauchen wir nicht“!

Die Glaziologin Andrea Fischer ist stellvertretende Leiterin des Instituts für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Mit ihren Aussagen in HEUTE (23.8.2025) lässt sie aufhorchen – jedoch anders, als der Titel vermuten lässt:

Österreichs Gletscher werden verschwunden sein. „Das macht nichts“, sagt Andrea Fischer.

Unsere Gletscher sind mit großer Wahrscheinlichkeit dem Untergang geweiht: „Sie sind unter derzeitigen Klimabedingungen nicht mehr existenzfähig“, hält die Tiroler Glaziologin Andrea Fischer (51) fest. Gleichzeitig lässt sie mit einer wohl ungewöhnlichen Aussage für eine Vertreterin ihres Fachs aufhorchen: „Die Gletscher brauchen wir nicht!“

Das sagt die Wissenschaftlerin des Jahres 2023 in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der „Kleinen Zeitung“. Darin rechnet sie mit Klimawandel-Vorbehalten ab und spricht nüchternen Klartext.

(mehr …)

Freiheit braucht Grenzen

Lesetipp unseres Club-Mitglieds Dr. Rudolf Winkelmayer, Tierschutz- und Tierrechts-Experte (immer wieder auch im ORF):

Freiheit braucht Grenzen

Eckart Löhr, veröffentlicht am 31. Juli 2025.

Wir brauchen innerhalb der Ethik einen Wechsel der Perspektive: Auch nichtmenschliche Lebewesen müssen in den Kreis derjenigen aufgenommen werden, die über moralische Rechte verfügen. Am Beispiel des Fleischkonsums lässt sich zeigen, dass wir den falschen neoliberalen Freiheitsbegriff überwinden müssen, der diese Rechte negiert.

„Jede Erweiterung der Freiheit ist eine große Wette darauf, dass ihr guter Gebrauch ihren schlechten überwiegen wird.“ Das schrieb der Philosoph Hans Jonas bereits im Jahr 1979 in seinem bahnbrechenden Buch Das Prinzip Verantwortung. In Anbetracht der unleugbaren Tatsache, dass wir dabei sind, unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen in einem atemberaubenden Tempo zu zerstören, deutet vieles darauf hin, dass wir dabei sind, diese Wette zu verlieren. Und von dieser Wette hängt nicht nur die Zukunft unseres Planeten, sondern auch die Zukunft der liberalen Demokratien des Westens ab.

(mehr …)

Recycling wird überschätzt

DIE ZEIT im Gespräch mit dem britischen Umweltforscher Sam Hampton:

»RECYCLING WIRD ÜBERSCHÄTZT«

Was der Einzelne gegen den Klimawandel tun kann

DIE ZEIT: Herr Hampton, wer ist stärker für den Klimawandel verantwortlich – die großen Unternehmen oder wir als einzelne Individuen?

Sam Hampton: Das ist das Erste, was ich meinen Masterstudierenden beibringe: Es gibt unterschiedliche Versionen des Klimaproblems. In der einen Version ist eine Handvoll „böser“ Unternehmen verantwortlich für den Klimawandel; die andere Version besagt, dass diese Unternehmen lediglich die Bedürfnisse von Milliarden Menschen bedienen, die ihre Häuser heizen, herumreisen und Produkte kaufen wollen.

ZEIT: Das klingt wie die Frage, was zuerst da war: das Huhn oder das Ei? (mehr …)

Stimmen aus dem ersten Klima-Lehrgang im Römerland Carnuntum

Erster Klima-Lehrgang im Römerland Carnuntum:

Stimmen von Absolventinnen und Absolventen

Im Rahmen des Club-Abends mit Dr. Thomas Brudermann wurden den Teilnehmer*innen des 1. Klima-Lehrgangs die Lehrgangs-Bestätigungen überreicht. Angelika Swoboda (REV) hat Stimmen von Absolventinnen und Absolventen zum Lehrgang eingefangen: