Nachhaltigkeitstransformation steuern

Die Autorin des neuen Berichts an den Club of Rome, Dr Petra Kuenkel, wird im März 2020 Referentin im Club of Rome Carnuntum sein. Mit dem von ihr gegründeten COLLECTIVE LEADERSHIP INSTITUTE (CLI)  mit Sitzen in Podsdam und in Kapstadt wird der Club anschließend die Seminarreihe „Zukunft der Führung – Führung für die Zukunft“ anbieten.

Hier ein kurzer Einblick in den Bericht.

Die Jungen und die Älteren….

Zwei Themen, die mir wichtig sind

von Christine Schmied, Vorstandsmitglied des Club of Rome Carnuntum, Juni 2019

 

Ich denke, dass in unserer Gesellschaft zwei Altersgruppen bei den meisten politischen und gesamtgesellschaftlichen Überlegungen und Entscheidungen völlig unbedacht bleiben.
1. Wir müssen uns auf die kommenden und heranwachsenden Generationen (die Generation der künftigen Entscheidungsträger) viel mehr einlassen: Uns ihnen aktiv zuwenden, sie mehr fragen, sie mehr in den Dialog einbinden, ihnen eine eigene Persönlichkeit mit eigenen Meinungen zutrauen und zugestehen. Denn wenn wir in ihrem Sinne handeln wollen, müssen wir ihren Sinn überhaupt erst erkennen. Was macht sie, wohin will sie, was wünscht sie sich, wovor hat sie Angst, wo fühlen sie sich alleingelassen, wo fühlen sie sich übergangen.

Damit Kinder und Jugendliche herausfinden wer sie sind, was in ihnen steckt, und wohin sie wollen, müssen wie ihnen den dafür nötigen Raum, die Zeit und Mittel geben. Um Kinder dazu zu motivieren sich auszudrücken, dient vor allem die Kunst. Sei es durch Malerei, Musik, Tanz… sich mit sich selbst zu beschäftigen ist immer noch der Weg zum Erfolg. Wer sich selber kennt und ausdrücken kann, findet auch den individuell richtigen Bildungsweg. Die eigene Persönlichkeit heran-bilden sollten wir rasch mehr Bedeutung geben. Aus Individualität folgert Innovation und Initiative. Dies kann zu einem festen Fundament für eine interessante, vielseitige und facettenreiche Region werden.

Um dies zu erreichen müssen wir unseren Kindern aber auch wieder das Sprechen lernen. Das Sprechen zu und mit ihren Mitmenschen. Eine eigene Meinung zu kreieren und diese auch nach außen zu formulieren bringt Vielfalt. Nicht nur der Vielfalt wegen, sondern vor allem auch in Hinblick auf den Umgang und das Lösen diverser Herausforderungen im Alltag und in der Zukunft. Digitalisierung ist wichtig, großartig und leitungsstark. Dennoch müssen wir unsere Kinder schnell in das analoge Leben und Miteinander zurückführen. Das aktive Interagieren im real life ist wichtiger denn je. Technisch und künstlich errichtete Barrieren müssen fallen. Mehr soziale Verantwortlichkeit, mehr reales Miteinander, mehr Aufrichtigkeit und aktives Zuhören könnten das großartige und hochpotente Ergebnis sein.

2. Und nun zur älteren/alten Generation. Wann immer ich mit Menschen dieser Altersgruppe spreche, bekomme ich zu hören, dass sie sich nicht mehr gebraucht fühlen. Sie empfinden sich als Belastung für die jüngere Generation und sehen in ihrem Leben keinen Sinn mehr. Dies alles ist nur zu gut zu verstehen. Haben diese Menschen doch den Großteil ihres Lebens mit Arbeit im Brotjob, dem Erziehen ihrer Kinder und eventuell der Pflege ihrer eigenen Eltern verbracht. Wenn dies – und bei vielen betrifft dies zwei Drittel eines Tages – wegbricht, kann einem der Tag schon lang werden. Diese Zeit könnte eine Zeit zum Nachdenken sein, wird aber oft zu einer Zeit des Grübelns. Wird diese Zeit auch noch alleine, oder gar isoliert vom sozialen Umfeld verbracht, werden die Empfindungen zunehmend dunkler.

Diesen Menschen gegenüber stehen aber viele junge Menschen. Menschen die Geschichte(n) brauchen. Die Menschen brauchen, die Zeit für sie haben und sie sich auch nehmen. Während also viele Kinder und auch Heranwachsende aufgrund des Leistungsdrucks und Eifers ihrer Eltern immer mehr Zeit fremdbetreut oder alleine verbringen, gibt es viele alte Menschen die viel zu erzählen und an Liebe, Hinwendungen und Aufmerksamkeit zu geben hätten. Da kämen so Ideen (die eigentlich nicht neu sind) in den Sinn, wo Kindergärten und auch Schulen einmal wöchentlich Senioren(einrichtungen) besuchen. Kindern wäre so die Möglichkeit geboten, die wirkliche Geschichte unser (Ur)Großeltern zu erfahren, Werte einer alten Generation vermittelt zu bekommen, vielleicht sogar gemeinsam zu kochen und zu backen. Dies und noch vieles mehr zu tradieren wäre eine großartige Wertanlage in die Entwicklung unserer Kinder. Aber auch die ältere und alte Generation verspürte dadurch wieder das ersehnte Gefühl des Gebrauchtwerdens. Und dass das Vorlesen, Erzählen, gemeinsame Spielen das Aktiv- und Gesundbleiben im Allgemeinen den Menschen länger aufrecht hält, ist bekannt. Stellt sich nur die Frage worauf wir so lange warten…

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