Forschungsprojekt

Selbstermächtigung, Selbstorganisation und regionale Transformationen in der Modellregion Römerland Carnuntum

In den kommenden 3 Jahren geht es um die Lebensqualität und um den Lebensraum in der Region Römerland Carnuntum im Jahr 2040. Was ist zu tun?

Die Region Römerland Carnuntum wird für Privatpersonen, Firmen und Organisationen aus dem In- und Ausland immer interessanter. Noch nie gab es für dieses kleinteilige und sensible Gebiet so viel Druck von außen, und noch nie war der Bedarf an Flächen so groß wie heute. Gleichzeitig soll die Lebensqualität der Menschen jetzt und in Zukunft erhalten bleiben und sogar noch steigen. Dafür müssen die unterschiedlichen Interessen aus den Bereichen Wirtschaft, Sozialwesen und Umwelt aufeinander abgestimmt werden – und das kann nur gelingen, wenn alle Gemeinden in der Region gemeinsam vorausschauend planen und handeln.

Für dieses Miteinander der Gemeinden sollen Modelle entwickelt werden. Die einzelnen Gemeinden sollen sich aber auch noch besser selbst organisieren können und ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit stärken. Denn nur so kann eine verbindliche Zusammenarbeit funktionieren, die eine nachhaltige Sicherung der Lebensqualität zum Ziel hat.

Um das zu erreichen, sind neue Herangehensweisen notwendig. Für die Entwicklung von Ideen zu einer nachhaltigen Um- und Neugestaltung der Region wurde ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen. Partner der Region Römerland Carnuntum sind dabei der Club of Rome Carnuntum, die Universität für Bodenkultur und die Technische Universität Wien. Die Abteilung für Wissenschaft und Forschung des Landes Niederösterreich finanziert das Projekt für drei Jahre. Es startet im Frühling 2019.

 

Dieses Forschungsprojekt wird transdisziplinär durchgeführt; das heißt, dass wissenschaftliches und praktisches Wissen gleichermaßen einfließen. Außerdem soll ko-kreativ gearbeitet werden: Darunter versteht man das Teilen von Wissen und Können verschiedener Menschen. Die Aufgabe lautet, Vorgänge für Selbst-Ermächtigung und Selbst-Organisation in der Region zu entwickeln, einzuführen und systematisch zu testen. „Transformativ“ heißt die Methode, wie die Region dabei zukunftsgerichtet lernen und handeln will. Dieser Begriff stellt vor allem das Miteinander verschiedenster Menschen und Gruppen in den Mittelpunkt: Durch Miteinander-Reden, Informationsaustausch, Diskutieren, Zuhören und Verstehen sollen die Sichtweisen erweitert oder verändert werden.

Der neu gegründete Club of Rome Carnuntum dient als Fallbeispiel und als Modell für ein bewusstes Umdenken in Richtung nachhaltig wirksamer Regionalentwicklung in der LEADER-Region Römerland Carnuntum. Der Club widmet sich den Bereichen Forschung, Entwicklung, Bildung und Erfahrungsaustausch zum Thema Neugestaltung der Region und Nachhaltigkeit. Der Auftrag dazu kommt vom Regionalentwicklungs-Verein Römerland Carnuntum, mit dem der Club auch zusammenarbeitet.

 

Das Projekt setzt verschiedene Methoden ein:

  • In einem so genannten „partizipativen Szenarioprozess“ werden Ideen entwickelt, wie das Römerland Carnuntum zur Modellregion für Um- und Neugestaltung werden kann. In einem Szenarioprozess untersucht man möglichst genau und aus vielen verschiedenen Blickwinkeln, wie sich unterschiedliche Maßnahmen auswirken könnten.
  • Bei „Serious Games“ (übersetzt: ernsthafte Spiele, Lernspiele) beschäftigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielerisch mit geplanten Projekten. So lässt sich ausprobieren, welche Folgen verschiedene Aktionen haben könnten. Gleichzeitig sollen Lernspiele auch die Verbundenheit mit dem Projekt fördern.
  • In 2 Zukunfts-Schmieden werden konkrete Vorhaben durchgeführt und auf ihre Anwendbarkeit und ihren Nutzen überprüft. Wissenschaftler und Bevölkerung arbeiten hier Hand in Hand.

Das Projekt wird laufend systematisch begleitet und dokumentiert. So will man feststellen, wie
die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Laien bei Veränderungen

  • das intensive Einbringen verschiedenster Standpunkte und
  • Änderungen im gesellschaftlichen Zusammenleben

zusammenhängen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Zukunftsrat, der im Forschungsprojekt mitarbeitet.

 

Projektbeschreibungen
Kurzbeschreibung
1seiter 
Ausführliche Projektbeschreibung 

 

Nähere Informationen zum Projekt: DI Cornelia Fischer, MSc., cornelia.fischer@boku.ac.at 

gefördert durch die Wissenschaftsabteilung des Landes NÖ